der frühling der salat beginnt. die hellen worte pastellfarben meist grünen worte. vino verde worte wie schneeglöckchen oder krokus. wohl ein zwiebelgewächs. wie märz wie: als du zwei warst. erinnere, erinnere, erinnere dich an den ersten frühling an den wir uns erinnerten. löwenzahn der salat, ja. mit grünem öl. und die gabeln mit den langen schmalen zinken die hände die finger der fünfjährigen ballerina. und ein wenig weißer pfeffer, das erste mal pfeffer, ein wenig nur. sagtest du worte wie aprilregen erwiderte ich mai dottergelber mai. und deine augen geblendet und der salat gegessen und deine hand sucht die feder an deinen lippen. sie lassen ja immer die erste feder zurück, ja.

und dann sommer und wasser und fisch. großer wind, wolltest du sagen, viel wind, aber dann nimmst du die andere gabel die krakenschere. oder wäre es scholle, das auge gewandert auf die andere seite, die nicht im sand steckt. oder seeteufel. ja, mit pernod übergossen, der wird eine wolke im wasser im blauen glas in deiner größeren hand schon, der sandfisch im sand die muschel im sud aus dem blauen panzer gekratzt mit knoblauch petersilie chili. du sagtest, wir saßen am strand papierangeln am wasser und fanden die flasche mit altem wein voll grünen und auch blaualgen.

danach hörte ich herbst: taumeln. wie pflaumen trauben sagst du mit vollerem mund traubenblauen lippen: gib mir den pfeffer für das reh. das vier stunden im rot totwein lag im rosmarin thymian, tomatenhäuten. das treppenhaus, das haus riecht nach bohnerwachs zwiebeln knoblauch und die worte fließen rot von deinem gaumen segel. wacholder und andere beeren, schwarz schon, noch rufen die vögel der vogelgesang noch ruft dem reh das der wolf schlug, suchten sie erste graue haare im fell im dunkleren fell.

so satt schon dein mund. laubabgerissener winter mitsamt aller seide ins wasser gerissen, november dezember und immer so weiter stehen die worte nicht stiller. so sollen wir schokolade trinken mit rum. das schaf sollte tot mond und wolf sein. schokolade an deinen lippen sahne. der dunkleren sorte und zum guten schluß zimt. ja, auf die vogelknochen!

(6. September 2001, zuerst erschienen im Weblog “freitagsfish”)

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