bis heute hatte der see noch gezögert, und die wilde jagd war auch zu stürmisch von ufer zu ufer gegangen. am südrand, wo oft die fischer stehen, hat der rauhwind eine weide geteilt bis zur wurzel, und nun liegt die halbe kahle krone im wasser. die bleßhühner flohen in die tiefsten schilfzonen, und im heulen der hagelböen krochen selbst die krähen ins dichteste dickicht. komm mit. geh weg. und mit ein paar kurzen flossenschlägen dreht der große fisch seine letzte runde, scheucht die jährlinge ins tiefere wasser, zertrümmert drei morsche pfähle am neuen steg und zeigt den braunsilbernen rücken ein letztes mal vor den stufen des schlosses am see. und dann schließt er die augen und sinkt, sinkt langsam und sanft zum tiefsten grund, in die kälteste schicht aus schwerem wasser und schlamm und dunkelheit und die wellen glätten sich und die bleßhühner heben die schnäbel aus den federn und die krähen kehren zurück auf die schwarzen äste und in der letzten nacht des jahres kommt der frost mit dem vollmond. und schnee fällt auf das eis, das kein blatt trägt, und der tisch ist gedeckt mit dem feinsten weißesten leinen, die erste die letzte einladung, den fischen ein fraß.

(31. Dezember 2001, zuerst erschienen im Weblog „freitagsfish“)

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