sind zum hineinwollen schön. auf dem fensterbrett sitzend und dann öffnet sich das fenster und es schlüpfte ein gast hinein. wie die kälte auf den boden fällt, auf die dielen oder fliesen, öffnete diese frau in der küche ihr fenster. und das unerwartete käme mit ein paar regentropfen und dunkelheit, einem schnellen einatmen des dezemberabends. und der gast, der sofort seine jacke, die die kälte birgt, ausziehen muß, ist umgeben von rotkohlduft, der rotkohl ja für morgen abend. noch einen apfel in spalten und nelken und einen löffel voll preiselbeeren, ach bitte, setzen sie sich doch, dort ist ein stuhl. ein glas rotwein werden sie nicht ablehnen? es ist kalt geworden, nicht wahr.

und ein haus weiter im hochparterre, noch ehe es zu sehen ist es zu hören, spielt ein mann posaune, mit dem rücken zum fenster. der trompeter daneben wartet auf seinen einsatz, aber die posaune ist noch nicht soweit, bricht das spiel ab, das gesicht des musikers im profil, lachend, er legt die rechte hand kurz auf den rücken des trompeters. noch einmal, die lippen sind noch, ja, so kalt, laß mich noch einmal ansetzen. und beide wenden sich ihren noten zu, und so wechselt der unbekannte gast auf das fensterbrett des nachbarzimmers, weicheres, gelbes licht und ein schreibtisch. ein sehr junger mann betritt den raum und die frau am tisch sieht zu ihm auf und er fragt wohl, er fragt sicher: hast du gesehen? es hat zu regnen begonnen.

aber du brauchst doch frische luft, sagt er und geht zum fenster und öffnet und so kommt der gast hier mit der frischen luft und wirbelt die papiere auf dem schreibtisch durcheinander, vorsichtig, damit nichts verlorengeht. und die frau legt ihre hände auf das papier und spreizt die finger so weit wie es geht: schnell schnell, mach wieder zu. und der sehr junge mann schließt schnell das fenster und der gast lehnt am schreibtisch, etwas durcheinandergewirbelt und die frau legt ihm die hand auf den arm und zieht schiebt ihn zur tür und sagt zu dem jungen: setz teewasser auf. und wendet ihr gesicht kurz zurück zum fenster, zum schreibtisch und lächelt und: genug für heute. sie werden einen tee bekommen. und musik.

(7. Dezember 2001, zuerst erschienen im Weblog „freitagsfish“)

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